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Die Burg Flechtingen war der Stammsitz der Adelsfamilie von Schenck.

Flechtingen war der Stammsitz

Das Gebiet des heutigen Landkreises Börde deckt sich weitgehend mit dem historischen Nordthüringgau.

Von Anett Roisch Volksstimme 07.09.2012

Projektgruppe Herrschaftshäuser tagt in der Samuel-Walther-Geschichtswerkstatt in Wegenstedt

Zu einer Arbeitstagung der Projektgruppe „Herrschaftshäuser und niederer Adel im Raum der Verbandsgemeinde Flechtingen“ hatten sich in der Samuel Walther-Geschichtswerkstatt in Wegenstedt zehn Heimatforscher getroffen. Jürgen Schrader aus Calvörde, Leiter der Projektgruppe Herrschaftshäuser, eröffnete die Zusammenkunft mit einem Beitrag über das Entstehen von Landesherrschaften. „Ab dem 10. Jahrhundert bauten Adelsfamilien und Bischöfe Grundherrschaften mit weit verstreutem Besitz meist in Form von Fronhöfen auf. Daraus haben sich im westlichen Altkreis Haldensleben vier Landesherrschaften unterhalb des deutschen Königs herausgebildet“, sagte Schrader. Das seien das Hochstift Halberstadt (Weferlingen), das Erzstift Magdeburg (Haldensleben / Oebisfelde), das Kurfürstentum Brandenburg (Flechtingen) und das Herzogtum Braunschweig (Calvörde). Kurt Buchmann berichtete über Erkenntnisse aus der von ihm geführten Projektdatei. Sein Thema waren die Grafschaften im ehemaligen Nordthüringgau, dessen Gebiet sich nach seinen Ermittlungen bis auf einen Bereich bei Schönebeck in etwa mit dem Landkreis Börde deckt. Im 12. Jahrhundert waren die Grafen von Hillersleben und Seehausen im Bereich des jetzigen Landkreises dominierend. Sie konnten sich aber nicht als Landesherren durchsetzen und sind dann ohne männliche Nachkommen ausgestorben. Helmut Mewes stellte historische Dorfnamen aus der Arbeit von Namensforscher Professor Jürgen Udolph vor, unter anderem: Böddensell (zirka 1150 Boidenselen, 1236 Bodensel), Calvörde (Mitte 12. Jahrhundert Callenuorde, 1196 Kallenvorde), Flechtingen (961 Flatungun, 965 Flahetungen), Wegenstedt (1311 Wedingestede, 1498 Wedyngestede). Peter Keweloh lieferte für die Datei Unterlagen aus Hillersleben, Dietrich Rusche steuerte Wissen aus Altenhausen bei. Die Versammelten einigten sich auf ein Konzept mit einer Gliederung für die schriftliche Abfassung des Projektes.

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